Der Konkurrenz voraus

Der Wettbewerb um die besten und bestgeignetsten Auszubildenden wächst rasant. Innovative Konzepte verbessern die Recruiting-Optionen spürbar.

Von Thomas Bollwerk

Der Stand auf der Ausbildungsmesse, das Bewerbertraining in der Schule oder Speed-Datings in Kooperationen mit den Kammern sind wichtige Module im Konkurrenzkampf um die besten Mitarbeiter*innen. Doch neu sind diese Wege unterdessen nicht mehr und die nachlassenden Besucherzahlen auf einigen Messen, insbesondere in Baden-Württemberg und Bayern, zeigen deutlich: Wer Leuchtturm sein will, muss kreative Wege in der Kommunikation und im Angebot finden. Nachfolgend einige wegweisende Beispiele:

Quelle: www.ihk-nuernberg.de

Seit 2018 hat jede/r Auszubildende im Zuständigkeitsbereich der IHK Mittelfranken einen Azubi Ausweis. Dabei gehen die Leistungen und Vergünstigen über die des Schüler- (oder Studenten-) Ausweises hinaus: Preisnachlässe beim Eintritt zu Veranstaltungen oder Vergünstigungen bei Partnerbetrieben sind erst der Beginn einer solidarischen Kooperation aller Ausbildungsbetriebe.

Die Kreishandwerkerschaft im Bergischen Land hat den Kontakt zu den Schüler*innen dort gesucht, wo diese einerseits nicht ausweichen können und andererseits über jedwede Form der Ablenkung dankbar sind: Im Schulbus. Dabei haben einzelne Gewerke ihre Arbeit präsentiert und mit kleinen Mitmach-Stationen zur Interaktion aufgefordert. Ein gelungene Aktion mit entsprechendem medialen Echo.

Quelle: ksta.de

Die Aachener Autohäuser der KOHL-Gruppe bauen gemeinsam mit 16 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 einen verunfallten BMW 1er neu auf. An einem Termin pro Woche wird im Beisein der Kohl Werkstattmeister und der Auszubildenden der Kohl automobile an dem Fahrzeug gearbeitet. „Nach einer Sicherheitsunterweisung wurde begonnen die geschraubten Karosserieteile zu demontieren, um Platz für die Rückverformung zu schaffen“, so Werkstattleiter Achim Lenzen. Anschließend bauten die Schülerinnen und Schüler das Triebwerk sowie die Vorderachse und das Getriebe aus. „Wir kommen gut voran und die jungen Menschen haben viel Spaß bei der Arbeit“, berichtet Achim Lenzen.

Quelle: www.merck-ausbildung.de

Neben diesen „analogen“ Kommunikationswegen gibt es selbstverständlich auch vielversprechende digitale Produkte, die sich dem Thema Recruiting auf eine junge, moderne und vor allem treffsichere Art nähern. TALENTSCONNECT des Kölner Start-Ups 22ConnectAG ist mit Kunden wie Vodafone und dem Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck auf einem bemerkenswerten Weg.

Eine weitere kreative Möglichkeit, frühestmöglich mit Schülerinnen und Schülern in Verbindung zu treten, stellen wir in unserem dritten Teil der Serie zum Azubi-Marketing vor.